Hamburger Grünpate

Der »Grünpate« ist eine Initiative der Freien und Hansestadt Hamburg in Kooperation mit der lokalen Handels- und Handwerkskammer. Mit einer »Grünpatenschaft« können sich Unternehmen und Privatpersonen einer Grünfläche annehmen, sie pflegen und in Zusammenarbeit mit den Bezirken gestalten.

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Der »Grünpate« ist eine Initiative der Freien und Hansestadt Hamburg in Kooperation mit der lokalen Handels- und Handwerkskammer. Mit einer »Grünpatenschaft« können sich Unternehmen und Privatpersonen einer Grünfläche annehmen, sie pflegen und in Zusammenarbeit mit den Bezirken gestalten.

Mit dem Programm versucht die Stadt Hamburg interessierten Akteuren einen einfachen und unbürokratischen Weg anzubieten um sich an der Qualitätssteigerung ihres Arbeits- und Wohnumfeldes zu beteiligen. Interessierte können entweder aus einem Angebotskatalog der Bezirke eine Grünfläche wählen oder selbst eine Fläche vorschlagen für die sie mindestens ein Jahr lang eine Patenschaft übernehmen wollen. Als Patenobjekte werden seitens der Initiative unter anderem Grünanlagen und Straßenbegleitgrün von bis zu einer Größe von 3000 qm angeboten. Es wird jedoch explizit darauf hingewiesen, dass auch Patenschaften für kleine Grünstreifen oder einzelne Verkehrsinseln und Einfriedungen begrüßt werden. Ob jemand selbst Hand anlegt, Dritte beauftragt oder mit einer zweckgebundenen Spende für die Pflege aufkommt, bleibt den »Grünpaten« überlassen.

Als Gegenleistung für ihren »ganz persönlichen Beitrag zu einem attraktiven Erscheinungsbild [der] wachsenden Stadt Hamburg« dürfen die »Grünpaten« mit einem Hinweisschild auf der Patenfläche auf sich aufmerksam machen. Die Grundversorgung der Pflege und Unterhaltung der Grünanlagen durch die Stadt bleibt, laut Aussage der Initiatoren, gewährleistet. Programmbegleitend ist ein jährlicher Wettbewerb geplant der die gelungensten Projekte medienwirksam würdigen soll.

Interessierte können sich auf einer eigenen Internetpräsenz über die Rahmenbedingungen sowie potenzielle Patenschaftsflächen informieren. Die Kontaktaufnahme erfolgt zentral über eine bestehende Abteilung der Freien und Hansestadt Hamburg die das Controlling des stadtweiten Programms sowie die Weitervermittlung an die jeweiligen Bezirke übernimmt. Die Patenschaft zwischen dem Bezirk und dem »Grünpaten« wird in Form einer Mustervereinbarung geschlossen, die Art und Umfang der Pflegemaßnahmen oder gegebenenfalls die finanziellen Zuwendungen genau festlegt.

Initiatoren des Programms waren die Lokalpolitik in Kooperation mit den Handels- und Handwerkskammern der Hansestadt. Die Eckpfeiler der Zusammenarbeit wurden in einem Rahmenvertrag vereinbart. Als Zielgruppe wurden insbesondere ansässige Unternehmen angesehen, die sich für eine höhere Qualität des öffentlichen Raums in ihrem Umfeld engagieren wollen. Seit Programmstart im Jahr 2005 stellen Unternehmen und Gewerbetreibende circa ein Drittel der »Grünpaten«. Die Handels- sowie die Handwerkskammer unterstützen das Programm durch Engagement bei der Gewinnung von »Grünpaten« in den Reihen ihrer Mitglieder, beispielsweise durch regelmäßige Werbung in ihren Verbandspublikationen, sowie durch finanzielle Unterstützung allgemeiner Werbemaßnahmen.

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Laut Aussagen der Verantwortlichen bei der Stadtverwaltung wird das Programm »Grünpate« als erfolgreich eingestuft und hat sich in der Hansestadt als »Selbstgänger« erwiesen. Zurückzuführen sei dies auf vor allem auf die relativ breit angelegten Werbemaßnahmen seitens der Initiatoren, die in einem gewissen Rahmen individuell verhandelbaren Möglichkeiten einer Patenschaft in Hinblick auf Art und Umfang sowie die relativ hohe Übereinstimmung in Hinblick auf die Zielvorstellungen der Beteiligten. Nicht tragbare Vorstellungen wie beispielsweise das Fällen von Bäumen seien seitens potenzieller Paten nur selten geäußert worden. In Hinblick auf die Nachfrage von Patenschaften ist aus nahe liegenden Gründen ein deutlicher Schwerpunkt im Frühjahr festzustellen.

Die Vielzahl ähnlicher Programme und Projekte in anderen Städten zeigt, dass das Grundprinzip des »Grünpaten« leicht übertragen und auf die spezifische Situation sowie die jeweilig verfügbaren Verwaltungskapazitäten angepasst werden kann.

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Eine erfolgreiche Übernahme solch einer »Grünpatenschaft« fand 2006 im Hamburger Quartier »Münzviertel« statt. Die Quartiersbewohner gestalteten unter Mithilfe eines Schulprojekts und mit Unterstützung eines Planungsbüros den zentralen Quartiersplatz um und leisteten somit einen Beitrag zu einer größeren Aufenthaltsqualität in ihrem Viertel.

Weitere Informationen:
www.gruenpate.de

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