Low-Budget-Spielquartier

Spielen in der Stadt ist ein Angstthema, sobald es den Spielplatzzaun überschreitet. Das und wie urbanes Spiel mittels minimaler Eingriffe trotzdem stattfinden kann, wurde in Potsdam West mit Kindern erforscht. Playful urban hacking…

Spielen in der Stadt ist ein Angstthema, sobald es den Spielplatzzaun überschreitet. Das und wie urbanes Spiel mittels minimaler Eingriffe trotzdem stattfinden kann, wurde in Potsdam West mit Kindern erforscht.

Kinder finden in den Städten mittlerweile viele spezialisierte Angebote vor – der öffentliche Raum nimmt für ihr Spiel dabei eine immer kleiner werdende Rolle ein. Verinselung und Verhäuslichung bewirken, dass das Kind autonome Spiel- und Aneignungsräume inmitten der Erwachsenenwelt verliert.

»Die Vorstellung einer bespielbaren Stadt, die Kindern durch die Eigenschaften von öffentlichem Raum Möglichkeiten und Inspiration für kreatives, spontanes und eigenständiges Spiel im urbanen Gesamtgeflecht gibt und rückwirkend öffentlichen Raum belebt, scheint vor den heutigen Entwicklungen als Utopie. Die vorliegenden Einschränkungen führen bei den Kindern allerdings teilweise zu starken Heterotopien: In der spielerischen Aneignung des Gegebenen der Stadt verankern sie die Utopie der bespielbaren Stadt im Alltag. Aufgrund dieser Entdeckung lässt sich in der Stadt eine unsichtbare Spielebene vermuten, an der sich Planung und Research orientieren können.«

Dieser Spielebene widmete sich Elisa Ruhl in ihrem Masterprojekt »Ludopie – Urbane Spielräume zwischen Utopie und Alltag«. Ziel war die Entwicklung von low-budget Designstrategien für das informelle Spiel im öffentlichen Raum. Als Beispielquartier wurde das Quartier Potsdam West gewählt. Die Arbeit wurde in Kooperation mit einem Kinderclub, dem lokalen Stadtjugendring und dem Grünflächenamt der Stadt Potsdam entwickelt.

»Im Respekt vor der quartierseigenen Alltagspraxis, den kontextuellen Gegebenheiten und der speziellen Raumwahrnehmung von Kindern wurde ein subjektiv-informellen Stadtplan produziert, der durch Mental Mapping, Spielplatzbefragung und Workshops abgefragt wurde. Der gelebte Raum und die erfahrene Spielkultur verwiesen auf ein enorm hohes Potenzial vorhandener Spielfähigkeit und starke Spielthemen. In der Gangart der aneignenden Kinder – „Young Urban Pioneers“ – wurden die gefundenen Themenareale in ihrem Spielpotenzial gestärkt, indem sie kommuniziert, subtil verändert und vernetzt wurden.«

Playful urban hacking sozusagen…

Elisa Ruhl ist ausgebildete Designerin und Lehrbeauftragte an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel.

Downloads:

Anleitung: Wie baut man einen Urban Playground?
»Download (5,6 MB PDF)

Zukunftsszenario: Spiel als Stadtentwicklungsfaktor
»Download (5,3 MB PDF)

Workshop Impressionen
»Download (4,2 MB PDF)

Kontakt: raum-rule(ät)gmx.de

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