Straßenbeleuchtung per SMS

Ein Konzept aus der 180 Seelen Gemeinde Döblitz in Sachsen-Anhalt macht Schule. Anstatt die Dorfbeleuchtung in den Abendstunden vollständig auszuschalten, kann sie jeder Bürger – je nach Bedarf – via SMS wieder aktivieren und so sicher sein Heim erreichen. Und gespart wird trotzdem [...]

Straßenbeleuchtung per SMS
Ein erleuchtendes Konzept aus der 180 Seelen Gemeinde Döblitz in Sachsen-Anhalt macht Schule. Anstatt die Dorfbeleuchtung in den Abendstunden vollständig auszuschalten, kann sie jeder Bürger – je nach Bedarf – via SMS wieder aktivieren und so sicher sein Heim erreichen. Und gespart wird trotzdem.

Insbesondere im ländlichen und suburbanen Raum bietet die Straßenbeleuchtung einige Einsparpotenziale für die Kommunen. Jene reichen von sparsameren Leuchtmitteln wie LED über innovative Beleuchtungskonzepte bis hin zur oft praktizierten schlichten Ausschaltung in den Nachtstunden. In vielen Dörfern und Siedlungen wird die Straßenbeleuchtung aus finanziellen Erwägungen um Mitternacht abgedreht, was angesichts der nächtlichen Nutzungsintensität des Straßenraums für die Bürger oft kein schwerwiegendes Problem darstellt und darüber hinaus auch unter Nachhaltigkeitsaspekten sinnvoll erscheint. Doch von Fall zu Fall stehen sich hier sicherheitstechnische und finanzielle Erwägungen gegenüber.

Für solche Fälle wurde in Döblitz eine Lösung entwickelt. Die Straßenbeleuchtung kann bei Bedarf mit Hilfe einer SMS für eine Viertelstunde wieder angeschaltet und so der Heimweh sicherer gestaltet werden. Die Technik die dahinter steht ist simpel: Als Lichtschalter dient der Stromimpuls des Klingeltons, der durch den Anruf ausgelöst wird.

Dass das Konzept tragfähig und auf andere Gemeinden übertragbar ist zeigen die Umsetzungen in Dörentrup und Rahden nahe Lemgo und im ostfriesischen Hinte (7.200 Einwohner). Auch dort kann durch Anruf oder SMS die Straßenbeleuchtungen wieder angeschaltet werden. Nachdem die Ausschaltung der 1.100 Laternen der Gemeinde 2007 um zwei Stunden auf 23.00 Uhr vorverlegt wurde, stellte sich nicht nur ein Einspareffekt von 15.000 bis 20.000 Euro pro Jahr, sondern auch ein gewisser Unmut bei den Bürgern ein und Bedenken ob der frühen Abschaltung wurden geäußert. Ab 2009 können diese nun gegen eine Gebühr, deren Höhe noch unklar ist, die Beleuchtung für einzelne Straßenzüge freischalten. Die Kosten für die Umrüstung der Straßenbeleuchtung sollen sich auf 15.000 Euro belaufen.

Auch in der Gemeinde Dörentrup (8.500 Einwohner) in der Nähe von Lemgo kann mittels »Dial4Light« die Beleuchtung einzelner Straßenzüge für 15 Minuten aktiviert werden. Wie im Falle von Döblitz war es auch in Dörentrup ein betroffener Anwohner der das Konzept entwickelt und nach vorne gebracht hat. Inzwischen hat er in Kooperation mit den Stadtwerken Lemgo sogar ein Unternehmen (Slogan von den Internetseiten des Unternehmens: »Ihre Kommune lässt Sie noch im Dunkeln stehen?«) gegründet, welches das Konzept professionell vermarktet. Einer der ersten Kunden ist die Gemeinde Rahden (16.000 Einwohner) in der man zwischen 0.00 und 7.00 die Innenstadt mittels Mobiltelefon für 3,50 Euro leuchten lassen kann. Weitere Anfragen soll es bereits aus Stuttgart, Köln, Essen und von der Nordseeinsel Norderney geben.

Ein Dank für diesen Projekthinweis geht an Ole Frerichs aus Hamburg.
Beteiligen auch Sie sich an unserer Arbeit.

Quellen:

Focus online (11.02.2007): Straßenbeleuchtung per SMS
Kölner Stadt-Anzeiger (25.10.2008): Straßenbeleuchtung “on demand”
www.mdr.de (11.03.2008): Bei Anruf: Licht!
dial4light.de  (Kommerzieller Anbieter)

(Bildnachweis: www.mdr.de)

Weblinks

www.energiesparende-beleuchtung.de
www.strassenlicht.de
www.licht.de

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