cubus kunsthalle

 »Was der eine wegwirft, ist für den anderen ein Schatz.« So oder so ähnlich könnte man auch die Entstehungsgeschichte einer Duisburger Kultureinrichtung namens Cubus Kunsthalle zusammenfassen. Entgegen dem Sprichwort profitieren in diesem Fall beiden Seiten. Die Müllabfuhr holt regelmäßig den Müll ab und die Stadtwerke sorgen dafür, dass jedes Haus einen Anschluss an das Strom-, […]

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 »Was der eine wegwirft, ist für den anderen ein Schatz.« So oder so ähnlich könnte man auch die Entstehungsgeschichte einer Duisburger Kultureinrichtung namens Cubus Kunsthalle zusammenfassen. Entgegen dem Sprichwort profitieren in diesem Fall beiden Seiten.

Die Müllabfuhr holt regelmäßig den Müll ab und die Stadtwerke sorgen dafür, dass jedes Haus einen Anschluss an das Strom-, Gas- und Wassernetz hat. Das versteht sich von selbst, gehören diese Aufgaben doch dem Gesetz nach zu den unbedingt zu erfüllenden Pflichten jeder Gemeinde. Ungeachtet der Haushaltslage können wir uns darauf verlassen, dass wir auch morgen nicht im Müll ersticken werden oder den Hahn aufdrehen und kein Wasser kommen wird. Aber es kann durchaus passieren, dass das Museum, das wir gestern noch besucht haben, morgen seine Pforten schließt. Denn die kulturelle Infrastruktur stellt im kommunalen Haushalt lediglich eine freiwillige Leistung dar, weshalb in Zeiten knapper Kassen der Einsparungsdruck an dieser Stelle besonders hoch ist.

1994 wurde das ehemalige Gebäude eines Museums, das nur wenige Meter vom Duisburger Hauptbahnhof entfernt liegt, nach dessen Auszug zum immobilen Ballast für die Stadt Duisburg. Ein Nachnutzungskonzept für den bundesweit ersten Stadtbüchereineubau der Nachkriegszeit fehlte und die Kosten für die Unterhaltung des Baus konnten nicht gedeckt werden. Deshalb entschied sich die Stadt kurzerhand für den Abriss des Gebäudes. Doch soweit kam es nicht – dank der »galerie cubus«. Diese sicherte der Stadt zu, wenn sie ihr das Museumsgebäude überlasse, dort ein privat betriebenes Kunst- und Kulturangebot zu schaffen ohne den Etat der Stadt zu belasten. Dies war die Geburtsstunde der »cubus kunsthalle«.

Die Kooperationsarchitektur der »cubus kunsthalle« ist allerdings etwas komplizierter als es sich zunächst anhören mag. Denn mehrere Umstände machten es für den tragenden Akteur, die »galerie cubus«, unmöglich, ohne eine Veränderung seiner Rechtsform ein Projekt
dieser Dimension anzuschieben. So musste eine Kommanditgesellschaft gegründet werden, die in der Public-Private-Partnership den privatwirtschaftlichen Aufgabenteil übernimmt. Sie stellt den finanziellen Rahmen für die ausgestellte Kunst. Außerdem obliegt ihr die Unterhaltung und Pflege des Gebäudes, die durch die Kommanditeinlagen und Spenden- wie auch Sponsorengelder finanziert werden. Zudem wurde 1996 ein gemeinnütziger Förderverein, der »Verein zur Förderung von Kunst & Kultur in der cubus kunsthalle e.V. «, gegründet, durch den es für Bürger wie auch Firmen einfacher und attraktiver ist, die Kunsthalle mit Spendengeldern zu unterstützen.

Der öffentliche Part des Kooperationsmodells wird durch die Stadt Duisburg erfüllt, indem sie das Gebäude der Kommanditgesellschaft für 25 Jahre zum Nulltarif überlässt. Somit entstehen der Stadt für einen bestimmenden Teil des Kulturangebots Duisburgs keine Kosten. Ein mit Sponsorenleistungen und Geldern der Kommanditgesellschaft finanzierter Umbau des Museumsgebäudes machte eine teilweise Untervermietung der Räume möglich, welche wiederum die Deckung der monatlichen Betriebskosten gewährleistet. Zu den Einrichtungen, die sich im Rahmen eines Untermietsverhältnisses in der Kunsthalle befinden, gehören das »Café Museum«, mehrere Läden, eine Gesellschaft für Kunstgewerbe und zwei Galerien.

Seit 1995 läuft der reguläre Ausstellungsbetrieb in den Räumen der »cubus kunsthalle«. Mittlerweile hat sie sich als feste Größe im Duisburger Kulturangebot etabliert und zieht jährlich mehr als 40.000 Besucher an.

Das hier vorgestellte Kooperationsmodell soll an dieser Stelle natürlich nicht zum Ideal kommunaler Kulturpolitik erhoben werden. Nichtsdestotrotz zeigt diese Art des Kulturmanagements, dass auch nicht-monetäre, aber sinnvoll eingesetzte Ressourcen lokalem Engagement eine neue Qualität geben können.

Quellen: Cubus Kunsthalle (2008):
Cubus Kunsthalle. http://www.cubus-kunsthalle.de/. (Zugriff: 29.02.2008)

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