nt*/areal

Ein zumindest »good practice« verdächtiges Beispiel einer Zwischennutzung im größeren Maßstab ist in Basel (CH) zu finden. Das 18 Hektar große »nt*/areal« ist seit sieben Jahren Beispiel dafür wie ein langer Planungsvorlauf einer städtebaulichen Entwicklung genutzt werden kann um verschiedensten Nutzungen und Kleinstökonomien temporär Flächen bereitzustellen. Resultat ist ein Mehrwert für die Stadtgesellschaft. Dem Investor [...]

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Ein zumindest »good practice« verdächtiges Beispiel einer Zwischennutzung im größeren Maßstab ist in Basel (CH) zu finden. Das 18 Hektar große »nt*/areal« ist seit sieben Jahren Beispiel dafür wie ein langer Planungsvorlauf einer städtebaulichen Entwicklung genutzt werden kann um verschiedensten Nutzungen und Kleinstökonomien temporär Flächen bereitzustellen. Resultat ist ein Mehrwert für die Stadtgesellschaft. Dem Investor kann dies nur Recht sein.

Initiiert wurde das Projekt im Jahr 2000. Nach der schrittweisen Stilllegung des von der Deutschen Bahn bewirtschafteten Bahnhofsareal in der zweiten Hälfte der 1990er und eines ersten städtebaulichen Wettbewerbs war auf Grund diverser Verzögerungen im Planungsprozess und der Große des Areals mit einem längeren Planungszeitraum zu rechnen.

Grundlage und Programm für die Zwischennutzung war die Studie »Akupunktur für Basel« (pdf), die von anderen Baseler Zwischennutzern bei den Soziologen/Urbanisten Philippe Cabane und dem Geografen Matthias Bürgin 1997 in Auftrag gegeben wurde. Ziel der Machbarkeitsstudie war es, Modelle für die Umsetzung von sozio-kulturellen Zwischennutzungen auf dem »nt*/areal« zu entwickeln und in wiefern dies als Strategie der Stadtentwicklung zum tragen kommen kann. Das Konzept einer bewussten Integration von Zwischennutzungen, um von einem möglichen Imagetransfer für das Areal zu profitieren, überzeugte den Eigentümer.

Seit Juni 2000 organisieren und betreuen nun Baseler Stadtforscher und Kulturschaffende mit ihren Vereinen »k.e.i.m« und »V.I.P« auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände die einzelnen Zwischennutzungsprojekte. Einige Gebäude und Teile der Gleisanlagen werden als Restaurant, Lounge, Galerie etc. genutzt, um öffentliches Leben in dem neuen Stadtentwicklungsgebiet zu entfalten. Vor der Entwicklung durch die Eigentümerin soll so ein urbaner Kern etabliert werden. »k.e.i.m« steuert dabei die gesamten Aktivitäten, betreibt im Wagenmeistergebäude ein Labor für kulturelle und urbane Aktivitäten und bemüht sich, weitere Zwischennutzungen auf dem DB Areal ansiedeln zu können.

Der Verein »k.e.i.m« ist als Rechtspersönlichkeit verantwortlich für die Miete der Räume und Flächen. Anfang 2003 hatte der Verein zehn Mitglieder.

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Mit der Einrichtung des Restaurants „Erlenkönig“ in der ehemaligen Betriebskantine haben die Nutzer einen Treffpunkt geschaffen, der zum Ausgangspunkt für eine Bandbreite weiterer Nutzungen wurde. Die Nutzungsmischung stärkt den Standort, wobei kommerzielle Einrichtungen wie der Restaurant- und Parkplatzbetrieb weniger kapitalbringende Nutzungen querfinanzieren. Eine kooperative Zusammenarbeit zwischen dem Eigentümer, dem Kanton und den bestehenden Zwischennutzungen findet bisher jedoch nur beschränkt und situativ statt.

Finanzielle Unterstützung von 10.000 Schweizer Franken für die Erarbeitung einer Studie zur Zwischennutzung auf dem DB-Areal durch den Verein b.e.i.r.a.t. Der Verein »k.e.i.m«. wird durch diverse Stiftungen unterstützt. Außer einer 50%- Sekretariatsstelle werden alle Arbeiten des Vereins ehrenamtlich geleistet. Alle gastronomischen Belange (Restaurant Erlkönig und Bar/Lounge) werden von der Fahreinheit GmbH nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen betrieben.

Das erste Baufeld wurde 2006 erschlossen.

Weitere Quellen:
studio urban catalyst (2007): Open-Source Urbanismus Vom Inselurbanismus zur Urbanität der Zwischenräume. In: archplus H.183/Mai 2007.

BBR (Hrsg.) (2004): Zwischennutzung und neue Freiflächen – Städtische Lebensräume der Zukunft. Dokumentation des Forschungsvorhabens. Bonn.

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